Reiseinformationen Namibia

Größe: ca. 824. 292 qkm, Vergleich Deutschland: 357 042 qkm

Haupstadt: Windhoek

Bevölkerung: Die ca. 2,1 Millionen Einwohner sind  zumeist der Sotho-Tswana Gruppe innerhalb der Bantu-Familie zugehörig; daneben rund 50 TSD Buschmänner, 35 TSD Hereros, rund  12 TSD Nichtafrikaner, darunter rund 4 TSD Europäer.

Amtl. Landessprache: Englisch, dazu spricht 80% der Bevölkerung Oshiwambo, Otjiherero oder eine andere afrikanische Sprache. Ebenso wird viel Afrikaans und Deutsch gesprochen.

Feiertage 1. Januar, 21. März Unabhängigkeitstag, 6. April Karfreitag, 8. April Ostersonntag, 9. April Feiertag, 1. Mai Tag der Arbeit, 4. Mai Cassinga Tag, 17. Mai Himmelfahrt, 25. Mai Afrika Tag, 26. August Heldentag, 27. August Feiertag, 10. Dezember Tag der Menschenrechte, 25. Dezember Weihnachten, 26. Dezember Familientag Unabhängigkeitstag 21. März (Unabhängigkeitstag)

Religion:  87 Prozent der Namibier Christen. Die restlichen 13 Prozent der Einwohner, insbesondere San, Himba und Caprivianer, sind Anhänger traditioneller Naturreligionen.

Unabhängigkeit: 21.März 1990 (von Südafrika)

Regierungsform: Semipräsidiale Demokratie

Staatsoberhaupt:  der jeweilige gewählte Präsident

Währung: Namibia Dollar und Südafrikanische Rand
Da der Namibia Dollar  zur Zeit nur bei wenigen Banken in Europa erhältlich ist, können Sie auch den südafrikanischen Rand (ZAR) kaufen, da dieser als gleichwertige Währung in Namibia anerkannt ist. Pro Person dürfen N$ 2000,00 bzw. ZAR eingeführt werden.

Zeitzone: Zur europäischen Sommerzeit ist es in Namibia eine Stunde früher, zur Winterzeit eine Stunde später. Die Zeitumstellung in Namibia erfolgt am 02. April und 02. September.

Klima: Die Jahreszeiten in Namibia sind entgegengesetzt zu den europäischen, auch wenn es nur eine Trocken- und eine Regenzeit gibt. Namibia kann problemlos ganzjährig bereist werden. Je nach Interessenlage mag es jedoch für jeden einzelnen eine persönlich beste Reisezeit geben.

Vom Süden bis in die zentralen und östlichen Regionen erreichen die Tagestemperaturen im Winter 18 bis 25 C, bei kalten Nächten mit gelegentlichem Frost. Im Sommer steigen die Tagestemperaturen bis auf 35°C an (manchmal noch höher).
In der Küstenregion im Westen des Landes liegen die Tagestemperaturen zwischen 15 und 25°C. Wegen des kalten Benguela-Stromes an der Küste unterliegt das Wetter jedoch starken Schwankungen, von klarem Himmel bis zu dichter Nebelbedeckung. Der extrem südliche Teil der Küstenregion erhält manchmal auch Niederschläge im Winter.
Der Norden des Landes unterliegt einem subtropischen Klima; die Tagestemperaturen schwanken zwischen 26°C im Winter und 43°C im Sommer, der sehr schwül werden kann.

Trockenzeit (Mai-Oktober)
Der gesamte Zeitraum ist für Tierbeobachtungen bestens geeignet, da während dieser Monate die Wasserstellen regelmäßig angelaufen werden und das Gras trocken und niedrig ist. Die Tiere suchen täglich die Trinklöcher auf und legen davor bzw. danach teilweise lange Strecken zu den weit entfernten Grasbeständen zurück. Die Temperaturen sind gerade morgens teilweise recht kühl. Einen warmen Pullover (Windbreaker) nicht vergessen.

Regenzeit (Oktober/November – März/April)
Einen besonderen Reiz übt die Natur Namibias in den ersten vier Monaten des Jahres auf Reisende aus. Die Landschaft wirkt weicher und lieblicher. Nach guten Niederschlägen schimmert selbst die Wüste grünlich. Wegen der sporadischen und vereinzelten Regenschauer wird das Reisen in der Regenzeit normalerweise nicht wesentlich beeinträchtigt.

Geographie
Namibia liegt im Südwesten des afrikanischen Kontinents und grenzt nördlich an Angola und Sambia, westlich an Simbabwe und Botswana und wird im Süden von Südafrika begrenzt. Namibia ist mit einer Größe von etwa 824.000 km² gut 2,3-mal so groß wie Deutschland. Dennoch wohnen nur knapp zwei Millionen Menschen in Namibia (zum Vergleich: In Deutschland wohnen über 80 Millionen). Bei Reisen durch Namibia werden sie deshalb stundenlang durch Steppen und Halbwüsten fahren können, ohne einer Menschenseele zu begegnen.
Der Süden des Landes ist sehr trocken, während im Norden, wo auch die meisten Menschen leben, das Klima etwas feuchter ist. Im Süden erstreckt sich eine der ältesten Wüsten der Welt, die Namib. Außerdem gehört ein Teil im Osten Namibias zur Kalahari, die sich bis nach Botswana erstreckt.

Geschichte Namibia
Das Land wird schon seit vielen Jahrtausenden von den San bevölkert, die nomadisch durch die Kalahari in Namibia ziehen. Auch die Ovambo und Himba in Namibia betreiben dort schon seit langer Zeit Viehwirtschaft.
Von 1884 bis 1918 war Namibia Kolonialgebiet der Deutschen. Während dieser Zeit kam es zu einem Völkermord an den Herero, der bis heute noch nicht voll aufgearbeitet wurde. Anschließend wurde Namibia unter südafrikanische Herrschaft gestellt, wobei während dieser Zeit die Apartheid den schwarzen Einwohnern das Leben unerträglich machte. Als eines der letzten afrikanischen Länder erlangte Namibia 1990 schließlich die Unabhängigkeit. Seitdem entwickelt sich das Land friedlich und demokratisch.

Einreisebestimmungen
Touristen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz benötigen für die Einreise nach Namibia kein Visum. Bei der Ankunft in Namibia wird eine Aufenthaltsgenehmigung für bis zu 90 Tage in den Pass eingetragen. Es empfiehlt sich, bei der Einreise zu kontrollieren, ob das Visum für die gewünschte Aufenthaltsdauer erteilt und in den Pass gestempelt wurde. Der Pass muss noch mindestens sechs Monate über den geplanten Ausreisetag hinaus gültig sein. Außerdem sollte er genug freie Seiten für die Ein- und Ausreisestempel enthalten. Für eine reine Namibiareise ist eine Doppelseite ausreichend. Reisen Sie anschließend nach Simbabwe und Botswana, sind mindestens vier freie Seiten erforderlich. Bitte machen Sie von Ihrem Pass und von Ihrem Flugticket eine Kopie und hinterlegen Sie diese bei jemandem, der die Unterlagen im Notfall per Fax zu Ihnen schicken kann. Im Falle eines Verlustes sind diese Kopien unerlässlich für die Beantragung neuer Dokumente.

Zollbestimmungen
Gegenstände des persönlichen Bedarfs können eingeführt werden.
Ferner kann pro Person zollfrei eingeführt werden, Wein (nicht mehr als 2 Liter), Spirituosen (nicht mehr als 1 Liter), Zigaretten (nicht mehr als 400 Zigaretten oder 50 Zigarren), 50 ml. Parfüm, andere neue und gebrauchte Waren bis zu einem Wert vonN$ 1.250. Zusätzliche Waren oder Güter bis zu einem Gesamtwert von N$ 10.000 pro Person sind mit einer einheitlichen Rate von 20 % zollpflichtig. Güter im Wert über N$ 10.000 sind nach den allgemeinen Tarifen zollpflichtig. Vorsicht bei exotischen Souvenirs. Bitte informieren Sie sich bereits vor Antritt Ihrer Reise darüber, welche Reiseandenken aus Artenschutzgründen nicht eingeführt werden dürfen. Nicht wenige Touristen erleben bei ihrer Rückkehr eine böse Überraschung, wenn das Erinnerungsstück vom Zoll beschlagnahmt wird oder sogar Strafen folgen.

Zahlungsmittel
Reiseschecks und Bargeld können in jeder Bank getauscht werden. In größeren Städten werden auch Kreditkarten (Visa-, Diners- und Mastercard) akzeptiert. Mit der EC-Karte kann bisher nur bei der Standard Bank Geld abgehoben werden, die jedoch in allen größeren Ortschaften vertreten ist. Fast alle Hotels und Geschäfte nehmen Kreditkarten an, einige Gästefarmen und Restaurants jedoch nicht. Tankstellen dürfen keine Kreditkarten annehmen. Es empfiehlt sich, einen gewissen Betrag an Bargeld mitzuführen. Touristen dürfen 3000 Namibia-Dollar bzw. Rand pro Person einführen. Mitunter wird der Umtauschbeleg verlangt. Ausländische Währungen unterliegen keiner Beschränkung.

Die Banken in Namibia haben im Allgemeinen folgende Öffnungszeiten: Mo-Fr 8.30-15.30 Uhr, Sa 8.30-12 Uhr.

Sicherheit
Namibia ist eines der sichersten Länder des afrikanischen Kontinents. Ein gewisses Gefahrenpotential lauert jedoch in jeder Großstadt. Verinnerlichen Sie bitte folgende Hinweise, um Begegnungen mit Kriminalität weitestgehend auszuschließen und selbst einen Teil zu dem reibungslosen Ablauf Ihrer Reise beizutragen:

  • Sowohl Stadtbesichtigungen als auch Township-Besuche sollten in organisierter Form unter ortskundiger Führung stattfinden
  • Meiden Sie bei Ausflügen in Nationalparks abgelegene Wanderwege und laufen Sie wenn möglich in kleinen Gruppen
  • Sollten Sie selbst mit einem Fahrzeug unterwegs sein, meiden Sie abgelegene, unbewachte Rastplätze
  • Verriegeln Sie insbesondere in den Städten während der Fahrt die Türen und schließen Sie die Fenster
  • Fahren Sie nicht in der Dunkelheit mit Ihrem Fahrzeug – neben erhöhter Gefährdung durch kriminelle Übergriffe besteht das Risiko eines Verkehrsunfalls bei Begegnungen mit Wild
  • Besondere Vorsicht wird bei Fahrten auf Schotterpisten empfohlen und mit rasanten Überholmanövern der Einheimischen muss stets gerechnet werden
  • In der Regenzeit können wenig befahrene Straßen besonders in den Monaten Februar bis April in großem Ausmaß von Überschwemmungen betroffen sein, beachten Sie dazu die Ausschilderung
  • Bewahren Sie Bargeld und Kreditkarte immer getrennt voneinander auf. Überlegen Sie, wie viel Bargeld oder Traveller Cheques Sie an diesem Tag vermutlich benötigen und lassen Sie das übrige Geld im Safe. Sie sollten alle nicht benötigten Wertsachen und Dokumente, wie beispielsweise den Ausdruck Ihres eTickets und den Reisepass, im Safe bzw. der Unterkunft aufbewahren.
  • Wenn Sie Geld am Bankautomat (ATM) abheben, lassen Sie sich dabei nicht von Fremden helfen. Seien Sie hierbei besonders aufmerksam. Achten Sie darauf, dass Ihnen bei der Eingabe der Geheimzahl niemand über die Schulter blickt. Nehmen Sie sämtliche Quittungen mit, die der Automat Ihnen auswirft.
  • Zeigen Sie sich nicht unnötig mit Wertgegenständen wie Schmuck oder teuren Uhren in der Öffentlichkeit.
  • Wir raten Ihnen, unter ihrer Kleidung einen kleinen, eng anliegenden Brustbeutel zu tragen.
  • Handtaschen, Fotoapparate usw. sollten nicht sichtbar im Auto liegen
  • Stellen Sie im Restaurant Ihre Handtasche nicht unter dem Tisch ab, hängen Sie sie nicht an die Stuhllehne oder Garderobe, sondern behalten Sie sie in Körpernähe.
  • Wenn Ihnen Ihr Reisepass, Ihre Kreditkarte oder Traveller Cheques abhanden gekommen sind, informieren Sie bitte unverzüglich die Polizei

Medizinische Hinweise
Namibia ist ein sehr trockenes Land. Nur wenige Krankheitserreger können in diesem Wüstenklima überleben. Der Standard des Gesundheitswesens und die hygienischen Bedingungen in Namibia liegen weit über dem afrikanischen Durchschnitt und können als sehr gut bezeichnet werden. Um Sie abzusichern, möchten wir Ihnen dennoch einige Hinweise zu möglichen gesundheitlichen Risiken während Ihrer Reise nach Namibia geben.

Für Namibia besteht derzeit keine Pflichtimpfung, es ist jedoch empfehlenswert, sich mit einer Impfung gegen Tetanus, Diphtherie, Polio, Typhus und Hepatitis A zu schützen.
Über sonstige medizinische Vorbeugemaßnahmen, Verhaltensregeln, ansteckende Krankheiten und anderes sollten Reisende sich rechtzeitig vor Reiseantritt bei einem Arzt Ihres Vertrauens informieren.

Bitte beachten Sie neben unserem generellen Haftungsausschluss den folgenden wichtigen Hinweis:
Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Für Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Malaria
Von den typischen afrikanischen Tropenkrankheiten stellt die Malaria ein Gesundheitsrisiko dar, welches hauptsächlich in der Region des Etosha Nationalparks auftritt.
In der Trockenzeit von Mai bis Oktober besteht allerdings kein großes Risiko. Das ändert sich zum Jahreswechsel mit Einsetzen der Regenzeit. Je mehr Niederschläge in einem Gebiet fallen, desto größer ist das Malaria-Risiko. Der feuchte Caprivi-Zipfel birgt ein ganzjährig hohes Malariapotential.
In einer malariagefährdeten Region sollten Sie es vermeiden, Parfum oder After Shave aufzutragen und Sie sollten in der Abenddämmerung und nachts lange Kleidung (Hose, Pullover, geschlossene Schuhe) tragen. Tragen Sie zusätzlich Anti-Moskito-Spray oder -Creme, z.B. No Bite oder Anti Brumm Forte regelmäßig und sorgfältig auf die Haut auf. Es gibt inzwischen auch Produkte, die Sie auf die Kleidung aufsprühen, z.B. von No Bite. Nächtigen Sie unter einem Moskitonetz bzw. halten Sie das Zelt stets geschlossen. Sie können sich auch in einer Apotheke vor Ort beraten lassen. Tagsüber am besten helle Kleidung tragen. Dunkle Kleidung zieht die Malariamücken an.
Für die Malariaprophylaxe sind verschiedene verschreibungspflichtige Medikamente auf dem Markt erhältlich. Lassen Sie sich bezüglich der Impfungen und Malaria-Prophylaxe unbedingt von Ihrem Hausarzt, einem Tropen- oder Reisemediziner im Tropeninstitut oder Gesundheitsamt beraten.

Versicherung:    
Es wird dringend empfohlen, eine Reiseversicherung abzuschließen, die Diebstahl, Verluste, Umfälle und medizinische Versorgung abdeckt. Sollten Sie Abenteuersportarten wie Tauchen, Bungee Jumping, Motorradfahren oder einfach nur Wanderungen durch die Natur planen, sollten Sie sicherstellen, dass Ihre Versicherung mögliche Risiken abdeckt.

Verkehr/Straßenverhältnisse
In Namibia herrscht Linksverkehr.
Namibia ist ein weitläufiges Land, in dem man oft lange Strecken zurücklegen muss. Bei den meisten Touren ist mit Tagesetappen von 300 – 500 km zu rechnen. In Namibia herrscht Linksverkehr. Die wichtigen Verbindungsstraßen sind alle geteert und in einem guten Zustand (B-Straßen). Kleinere Straßen (C- und D-Straßen) sind nicht geteert und größtenteils Schotterpisten. Die meisten davon lassen sich jedoch auch ohne Probleme mit einem normalen Auto befahren. Ein Geländewagen ist im Wesentlichen nur im Nordwesten des Landes (Kaokoveld und Damaraland Namibia) oder in der Regenzeit nötig.

Hinweise für Selbstfahrer
Bitte lesen Sie die folgenden Hinweise sehr aufmerksam und halten sie diese ein und das Erlebnis Autofahren in Namibia wird ungetrübt sein.Eine vorausschauende Fahrweise ist Vorbedingung. Ein gedankliches Gefahrentraining (wie reagiere ich, wenn ein Reifen platzt, plötzlich ein Tier auf der Straße steht, der Wagen ins Schleudern gerät etc.) hilft, in Gefahrensituationen schnell und angemessen handeln zu können.
Wenn Sie Namibia als Abenteuer einer Selbstfahrerreise erleben möchten, benötigen Sie hierfür einen Internationalen Führerschein bzw. eine Übersetzung Ihres Führerscheins ins Englische.

  • Linksverkehr: Faustregel: Fahrer/in sollte sich immer in der Straßenmitte befinden. Gefährliche Situationen entstehen beim Rechtsabbiegen und auf den langen, einsamen Strecken ohne Gegenverkehr. An das Schalten mit links gewöhnt man sich relativ schnell.
  • Anschnallpflicht: Extrem wichtig vor allem auf den Schotterstraßen, auch wenn hier keiner kontrolliert.
  • Beide Hände ans Steuer! Gerade längere Fahrten verleiten dazu, eine Hand vom Steuer zu nehmen. Aber nur wenn beide Hände am Steuer sind, kann das Fahrzeug in einer Gefahrensituation, z.B. plötzliches Auftauchen von Wild oder ein geplatzter Reifen, unter Kontrolle gehalten werden. Dann heißt es: Lenkrad festhalten, nicht ruckartig gegensteuern!
  • Vorfahrt: Die Vorfahrt ist in Namibia immer durch Schilder bzw. Haupt- und Nebenstraßen geregelt. Ausnahme sind Kreuzungen, an der jede Partei ein Stoppschild vor der Nase hat (4-waystop): Man verständigt sich mit den anderen Fahrern, wer als nächster fährt. Im Allgemeinen fährt der als erstes, der zuerst an der Kreuzung war.
  • Geschwindigkeit: Geschwindigkeitsbeschränkung!! In den Orten 60 km/h und auf asphaltierten Landstraßen 120 km/h. Auf den Schotterstraßen sollte man sich nicht durch die zeitweilig gute Oberfläche und das Fahrverhalten der Einheimischen täuschen lassen und grundsätzlich nicht schneller als 80 km/h fahren. Die Bodenhaftung ist immer begrenzt. Wellblech, Schlaglöcher und Unterspülungen können unerwartet auftreten. Die Einheimischen fahren die Strecke meist mehrfach wöchentlich und kennen sie genau.
    Die Hinweisschilder für Kurven unbedingt beachten: Bei einem gekrümmten Hinweispfeil sind maximal 60–70 km/h empfohlen, bei einem rechtwinkligen 40–50 km/h. Das Gleiche gilt für die Hinweisschilder für Riviere (Trockenflussbetten). Wenn es hier mal geregnet hat, verwandeln sich die Riviere in reißende Flüsse und sollten nie durchfahren werden. Ist der Fluss nur noch ein Rinnsal, läuft man vorher durch, um evtl. Untiefen zu entdecken. Die Schotterstraßen werden nach dem Regen glitschig wie eine Schlittschuhbahn. Bei einer Vollbremsung kommt das Fahrzeug sehr schnell in unkontrollierbares Rutschen.
  • Auf Schotterstraßen sollte wie auf einer schneebedeckten Bundesstraße sehr, sehr umsichtig gefahren werden. Wer einen Hügel zu schnell hoch fährt, erschrickt womöglich vor der sich dahinter auftuenden Ebene – und tritt reflexartig auf die Bremse. Dadurch kann der Wagen ins Schleudern geraten. Nie eine Vollbremsung machen, sei die Situation auch noch so schwierig (Tier, geplatzter Reifen etc.). Immer gefühlvoll bremsen. Abrupte Ausweichmanöver führen sehr schnell zum Überschlagen.
  • Lichter einschalten: In der Staubwolke des Vordermanns, im Gegenverkehr und in der Dämmerung unbedingt Lichter einschalten, damit man vom Gegenverkehr erkannt wird. Beim Überholen und durch Gegenverkehr kann es zu Steinschlag kommen. Ist man darauf gefasst, kann einen das nicht aus der Bahn bringen.
  • Reifen: Bei jedem Tankstopp den Reifendruck laut Herstellerangabe kontrollieren und bei jedem Stopp visuell. Die scharfen Steine zerschneiden auch die besten Reifen, und ein geplatzter Reifen ist eine häufige Unfallursache.
  • Rückspiegel: Immer wieder reinschauen, auch wenn seit Tagen nichts mehr gesichtet wurde. Sollte ein Fahrzeug hinter einem auftauchen, bitte links blinken, noch langsamer fahren und überholen lassen.

Vorsicht: Eine äußerst gefährliche Gewohnheit in Namibia ist, mit Rechtsblinken dem nachfolgenden Fahrzeug sagen zu wollen, dass man überholt werden kann. Natürlich wird auch rechts geblinkt, wenn man rechts abbiegen will. Eine doppelte Bedeutung, die schon zu bösen Unfällen geführt hat. Wer rechts abbiegen will, muss unbedingt erst kontrollieren, ob man nicht falsch verstanden wurde und beim Abbiegen gerade überholt wird. Falls jemand vor einem rechts blinkt, weiß man nicht, ob dieser nun überholt werden will, oder ob derjenige rechts abbiegen möchte. Daher darf man sich niemals dieser Unsitte anschließen.

  • Farmtore: Die Gatter auf den Straßen werden grundsätzlich so verlassen, wie man sie angetroffen hat. Ein verschlossenes Tor wird nach der Durchfahrt wieder verschlossen, ein offenes Tor bleibt offen. Rolltore (Viehroste) sollten mit Vorsicht (ca. 60 km/h) überfahren werden. Vor und hinter den Rolltoren können gefährliches Wellblech oder Stufen sein.
  • Auf den Straßen und Wegen bleiben! Die endlos erscheinenden Flächen der Namib verlocken gerade die Allradfahrer, mal richtig Off-Road zu fahren. Abgesehen davon, dass man auch mit einem Allrad stecken bleiben kann, werden Insekten, Vogelnester, Flechten und andere Pflanzen zerstört. Die Fahrzeugspuren bleiben in diesem regenarmen Gebiet oft Jahrhunderte erhalten. Off-Road-Fahren ist daher streng verboten! Auf den normalen Schotterstraßen sollte wegen der besseren Straßenlage immer mit eingeschaltetem Allrad (sind die Freilaufnarben eingeschaltet?) gefahren werden.
  • Abgelegene Gebiete: Kaokoveld & Kaudom! An die offroad-Gebiete im Kaokoveld und Kaudom sollte man sich nur mit einer kompletten Safari-Ausrüstung und einem zweiten Fahrzeug wagen. Im Kaudom und auch im Bwabwata Park im Caprivi sind zwei Allradfahrzeuge in Kolonne sogar von der Parkverwaltung vorgeschrieben. Für ausgedehnte Touren in das Kaokoveld und auch in das Okavango Delta sind die Dienste eines lokalen Guides von unschätzbarem Wert, zum einen was die Orientierung angeht, zum anderen was den Umgang mit der lokalen Bevölkerung betrifft. Und nicht zuletzt trifft auch hier das Sprichwort zu: Was man nicht weiß, sieht man nicht.
  • Wasser: Auch mit dem besten Fahrzeug ist eine Panne nicht auszuschließen. Deshalb sollte immer genügend Trinkwasser für mehrere Tage mitgeführt werden. Ein zweiter Ersatzreifen, gefüllte Reservekanister (Es gibt zwar überall Tankstellen, durchschnittlich jedoch nur alle 250 km; sie akzeptieren meistens Tankkreditkarten, aber nicht gewöhnliche Kreditkarten.) und ggf. Werkzeug sind sehr empfehlenswert. Kann mit dem defekten Fahrzeug nicht mehr weitergefahren werden, bittet man Vorbeifahrende, beim Verleiher anzurufen und Hilfe zu holen. Lieber nimmt man ein paar Stunden Wartezeit in Kauf, als stundenlang in der Hitze umherzuirren. Besonders in abgelegenen Gebieten sollte man nie einfach draufloslaufen.
  • Fahrzeiten: Faustregel: Für 100 km Schotterstraße braucht man 2 Stunden. 500 km Tagesziel sollten die äußerste Grenze sein.
  • Nur bei Tageslicht fahren! In der Dämmerung blendet die tief stehende Sonne, die Tiere sind um diese Tageszeit besonders aktiv. Fahren in der Dunkelheit ist unbedingt zu vermeiden. Wegunebenheiten sind schlecht zu erkennen, Hindernisse nicht einzuschätzen, und die Tiere am Wegesrand übersieht man unter Umständen komplett.

Sicherheitshinweis:
Nie sollte man irgendwelche Sachen, die einem lieb sind, in einem unbeaufsichtigten Fahrzeug liegen lassen – sie könnten anschließend verschwunden sein. In den Städten gibt es auf fast allen öffentlichen Parkplätzen Parkwächter. Die meist jungen Männer sind erkennbar an einer orangefarbenen oder auch blauen Weste, auf der car watch, car guard, donation vehicle protection o.Ä. steht. Mitunter fehlt diese Weste aber auch. Die Frage, ob sie auf das Fahrzeug aufpassen und dafür nachher ein Trinkgeld erwarten dürfen, wird mangels Englischkenntnissen oft auf Afrikaans gestellt (“Kan ek die kar oppas?” oder nur “oppas?”).
Dadurch fühlen sich viele Reisende bedrängt, weil sie einfach nicht verstehen, was die jungen Männer von ihnen wollen. Hier kann man also die Frage getrost bejahen. Obwohl manch ein Einheimischer die Effektivität der Parkwächter anzweifelt, halten sie mögliche Einbrecher schon allein durch ihre Präsenz in Schach. Die jungen Männer haben eine Aufgabe und verdienen etwas, müssen sich also nicht andere Wege zur Geldbeschaffung suchen.

Führerschein
Zwar akzeptieren Autovermieter in der Regel den nationalen EU Führerschein, im Umgang mit staatlichen Behörden wie der Polizei sieht es jedoch anders aus. Wenn Sie in Namibia wie auch in anderen Ländern im südlichen Afrika (Südafrika, Botswana, Zimbabwe) einen Mietwagen anmieten oder mit einem anderen Auto selbst fahren möchten, benötigen Sie einen internationalen Führerschein, der nur in Verbindung mit dem nationalen Führerschein gültig ist.

Bekleidung
Leichte, bequeme Kleidung, am besten aus Baumwolle, ist überall passend. Beige weite Hemden und Hosen halten außerdem mögliche Moskitos vom Körper. Egal zu welcher Jahreszeit Sie nach Namibia reisen, für die kühlen Morgen- und Abendstunden wird Ihnen eine Fleece Jacke gut tun. Für eine Reise in den afrikanischen Wintermonaten Mai bis September benötigen Sie zusätzlich warme Kleidung (Schal, Winterjacke, Mütze, Handschuhe, warme Schlafbekleidung). In den Nächten sind Temperaturen um die 0 Grad möglich. Zudem sind Regenbekleidung und eine Windjacke unerlässlich.

Ein hochwertiges Sonnenschutzmittel für Körper und Gesicht, eine luftige Kopfbedeckung, leichte Bekleidung, eine Sonnenbrille und vor allem ausreichend Getränke gehören zur Grundausstattung in heißen Sonnenstunden. In bequemen leichten Turnschuhen oder Sandalen sind Sie für die Stadttouren oder einen Aufenthalt an der Küste Namibias gut gerüstet. Im Busch benötigen Sie festes Schuhwerk.

Bitte vergessen Sie nicht Sonnenbrille, Sonnenhut und -creme, Mückenschutzmittel und Fernglas sowie genügend Filmmaterial und Batterien. Videofilmer können ihre Akkus am Abend laden, sollten aber noch Ersatzakkus mitnehmen, damit immer aufgeladene Akkus vorhanden sind. Vergessen Sie nicht genügend Videobänder und Filme.

Stromversorgung
Die Spannung in Namibia beträgt 220 bis 240 Volt Wechselstrom. Beachten Sie, dass für die weit verbreiteten dreipoligen Steckdosen ein gesonderter Adapter nötig ist. Diese passenden Zwischenstecker können Sie für wenige Euro in Namibia in fast jedem Supermarkt kaufen.

 Kommunikation
Das landesweite Telefonnetz ist zwischenzeitlich recht gut ausgebaut. SIM Karten für Ihr Handy erhalten Sie in Windhoek. D1 und D2 Karten können Sie auch in Namibia benutzen. Die Vorwahl für Gespräche von Namibia nach Deutschland ist 0049, nach Österreich 0043, in die Schweiz 0041; bei der Ortsvorwahl lässt man die 0 weg.

Die internationale Vorwahl Namibias ist 00264.

Der Ausbau des Internets boomt in Namibia. In den Städten des Landes finden sie mittlerweile überall Internetcafés. Die Geschwindigkeit des Internets in Namibia variiert je nach Internetcafés. Mehr und mehr Einrichtungen verfügen jedoch mittlerweile über DSL und damit angemessene Geschwindigkeiten. Viele Hotels und andere Unterkünfte in Namibia bieten mittlerweile auch W-Lan für ihre Gäste an.

Essen
Das Angebot an Essen in Namibia ist abwechslungsreich. Am weitesten verbreitet ist bei der einheimischen Bevölkerung jedoch definitiv „Pap“. Pap ist ein Brei aus Maismehl, der klassischerweise mit der rechten Hand gegessen wird. In Namibia ist man zum Pap verschiedenes Gemüse, insbesondere Kidneybohnen oder Kraut. Dazu gibt es Hühnchen oder Rindfleisch. Pap ist prinzipell vergleichbar mit Polenta und ist auch in anderen afrikanischen Ländern – stets unter anderem Namen – weit verbreitet.

In Windhoek, der Hauptstadt Namibias, gibt es jede Menge Restaurants, die in der Regel weniger afrikanische, als vielmehr internationale Küche anbieten. Die Preise in Namibias Restaurants entsprechen häufig auch fast den deutschen Preisen. Man bekommt in Windhoek chinesisches Essen, Pizza oder auch typisch deutsche Gerichte (z. B. Schweinshaxe). Die deutschen Restaurants in Namibia sind auf die koloniale Vergangenheit des Landes zurückzuführen.

In Swakopmund und anderen Küstenstädten (z. B. Lüderitz oder Walvis Bay) gibt es viele Fischlokale. Aufgrund des kalten Benguela-Stroms, der vor der Küste verläuft, ist das Meer hier sehr fischreich.

Wenn sie auf einer Farm in Namibia sind, gibt es dort häufig auch „exotisches“ Fleisch direkt von der Farm zu essen. Dazu gehört Springbock-, Kudu-, Oryx- oder Straußenfleisch.

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. Aktuelle Informationen finden Sie im Internet u.a. unter www.auswaertigesamt.de.